post hoc ergo prop­ter hoc

post hoc ergo prop­ter hoc, auch „Danach also deswe­gen“, bezeich­net einen Fehl­schluss, bei dem das zeit­lich gemein­same Auftre­ten von Ereig­nis­sen als Kausal­zu­sam­men­hang aufge­fasst (oder in Täuschungs­ab­sicht behaup­tet) wird.  Kurz­form: ‚post hoc‘.

Beispiel:

Momen­tum auf Face­book: “Das Schick­sal der  Labour Party nach der Wieder­ent­de­ckung des Sozia­lis­mus im Vergleich zur deut­schen SPD sagt alles.“


Das zeit­li­che Aufein­an­der­fol­gen von Ereig­nis­sen ist eine notwen­dige, aber keine hinrei­chende Bedin­gung für einen Kausal­zu­sam­men­hang.  Um die kausale Verket­tung zu zeigen, müssen andere zwin­gende Belege ange­führt werden.

Slip­pery Slope-Fall­acy

Slip­pery Slope-Fall­acy ist eine Argu­men­ta­ti­ons­weise bei der vor dem Voll­zug eines bestimm­ten Schritts A gewarnt wird, weil dies der Beginn einer schie­fen Ebene (Slip­pery Slope) sei und weitere nega­tive Konse­quen­zen B, C, D unver­meid­bar sind.

Beispiel:

Birgit Kelle (Jour­na­lis­tin) auf Twit­ter: » Wer #Ehefu­er­alle fordert, bekommt sie dann eben auch. #Poly­ga­mie. #Kinder­ehen . Das ganze Programm. Seit Jahren lass ich mich wegen dieser Prognose als “homo­phob” beschimp­fen. Bitte­schön. Gern gesche­hen. «

Oft ein reines Totschlag­ar­gu­ment, mit dem der Gegner diskre­di­tiert werden soll, da er als Befür­wor­ter von A die Konse­quenz D schein­bar willent­lich in Kauf nimmt. In selte­nen Fällen kann das Slip­pery Slope-Argu­ment legi­tim sein, wenn eine valide Kausal­kette exis­tiert und D logisch zwin­gend aus A folgt.

Whata­bou­tism

Whata­bou­tism ist eine unsach­li­che Gesprächs­tech­nik, mit der die Ablen­kung von unlieb­sa­mer Kritik durch Hinweise auf andere wirk­li­che oder vermeint­li­che Miss­stände bezeich­net wird.

Beispiel:

Jens Peter Hiller schreibt im Stern: » Der Westen wirft Russ­land bei der Beset­zung der Krim Völker­rechts­ver­let­zung vor. Aber: Wen hat das Völker­recht inter­es­siert, als Nato-Kampf­flug­zeuge den Kosovo und Irak zerbomb­ten?«

Dass Andere vermeint­lich genauso oder noch schlim­mer handeln, legi­ti­miert die kriti­sierte Hand­lung nicht und stellt somit ein Ablen­kungs­ma­nö­ver dar.

Stroh­mann-Argu­ment

Das Stroh­mann-Argu­ment ein retho­ri­scher Kniff, bei der die Behaup­tung des Gegners verzerrt, über­trie­ben oder falsch darge­stellt wird, um diese entstellte These zu wider­le­gen.

Beispiel

Chris­tian Meyer (Die Grünen) auf Twit­ter: »Laut BfR können sie Kübel­weise #Glypho­sat trin­ken. Ich würde es nicht tun.«

Laut BfR liegt die Dosis, die lebens­lang täglich ohne Gesund­heits­ri­siko aufge­nom­men werden kann, bei 0,30mg Glypho­sat pro kg Körper­ge­wicht. Nimmt man diese Menge lebens­lang täglich mit der Nahrung auf, ergibt es ca. 8 Gramm, was eher einem Finger­hut als einem Kübel entspricht. Damit hat Herr Meyer einen klas­si­schen Stroh­mann gebaut.

Weih­nachts­brief von stimmtdas.org

Liebe Wegbe­glei­ter von stimmtdas.org,

gestern disku­tier­ten in der Kantine zwei Kolle­gen über die poli­ti­schen Ereig­nisse des vergan­ge­nen Jahres: 2017, das mit der Amts­ein­füh­rung von Donald Trump begon­nen hat, im Früh­som­mer wählte über ein Drit­tel der Fran­zo­sen die Rechts­po­pu­lis­tin Marine Le Pen bei der Präsi­den­ten­wahl, im Herbst dann der Einzug der AfD in den Bundes­tag. Der eine wurde pole­misch, sagte, das würde doch alles irgend­wann eska­lie­ren. „Eine Demo­kra­tie muss das aushal­ten“, argu­men­tierte der andere.

Mitte des vergan­ge­nen Jahres haben wir stimmtdas.org gegrün­det, weil wir unse­ren Beitrag dazu leis­ten wollen, dass genau das eintritt und unsere Demo­kra­tie leben­dig bleibt. Wir wollen die Demo­kra­tie stär­ken, indem wir die Aussa­gen von Poli­ti­kern auf ihren Wahr­heits­ge­halt prüfen. Dabei wollen wir keine Meinung machen und verfol­gen keine poli­ti­sche Agenda. Unsere Checks konzen­trie­ren sich auf die Beleg­bar­keit einer Aussage.

Emotio­nale Reden mögen mitrei­ßen und berüh­ren – doch sollte eine Wahl­ent­schei­dung auf dieser Basis gefällt werden? Eine Zahl, aus dem Kontext geris­sen, kann für Stau­nen sorgen – doch sollte nicht das ganze Bild gezeigt werden, bevor eine Wahl­ent­schei­dung getrof­fen wird? Genau dafür wollen wir eine Grund­lage bilden: Wir über­prü­fen mithilfe grund­le­gen­der jour­na­lis­ti­scher Metho­den, recher­chie­ren Zahlen, werten Daten aus und spre­chen mit Exper­ten. Am Ende geben wir unsere Einschät­zung ab: Jeder Leser sieht auf einen Blick, ob eine Aussage stimmt oder nicht.

Jour­na­lis­mus hat seinen Preis

Wir arbei­ten auf Frei­wil­li­gen-Basis. Keiner unse­rer Redak­teure oder Vereins­mit­glie­der bekommt Geld für seine Arbeit bei stimmtdas.org. Wir nehmen keine Spen­den von Partei-Stif­tun­gen an. Unsere Mitglie­der – junge Jour­na­lis­ten, Wissen­schaft­ler, Studen­ten – arbei­ten alle Voll­zeit in ihren Beru­fen. Das verschafft uns Unab­hän­gig­keit, doch nach dem ersten Erfolg bei der Bundes­tags­wahl wollen wir uns weiter­ent­wi­ckeln. Bisher war stimmtdas.org ein Herzens­pro­jekt, nun müssen wir uns eine neue Form über­le­gen. Wir möch­ten unsere Website gerne verbes­sern und unse­ren freien Autoren für ihre Arbeit auch eine finan­zi­elle Aner­ken­nung geben. Außer­dem möch­ten wir stimmtdas.org bekann­ter machen, indem wir beispiels­weise auf Face­book Werbun­gen schal­ten. Lang­fris­tig wollen wir gerne eine feste Arbeits­kraft im Verein beschäf­ti­gen, die dafür sorgen kann, dass stimmtdas.org wächst.

Dafür brau­chen wir Ihre Hilfe. Wir können lang­fris­tig nicht ohne eine finan­zi­elle Basis arbei­ten, um unse­rer Unab­hän­gig­keit treu zu blei­ben, bitten wir deshalb um Ihre Spende. Helfen Sie gemein­sam mit uns, dass die Demo­kra­tie in Deutsch­land stark bleibt und Wahl­ent­schei­dun­gen auf Basis von Fakten statt­fin­den können.

Begüns­tig­ter: stimmt­das e.V.
IBAN: DE84 8306 5408 0004 015 207
BIC: GENO DEF1 SLR
Insti­tut: VR-Bank Alten­bur­ger Land / Deut­sche Skat­bank

Oder hier per PayPal

Herz­li­chen Dank und frohe Weih­nach­ten,

Alex­an­der Wuttke, Hauke Pfau, Miri­jam Trunk, Selina Bölle, Anika Reker, Bastian Hosan, Ines Eisele, Jana Heigl, Fran­ce­sca Polis­tina, Jakob Kulick, Sofie Sonnen­stat­ter, Tom Schmidt — und das gesamte Team von stimmtdas.org


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28.10.2017: AfD-Wähler glau­ben eher Fake News, Poli­zei verbrei­te­tet Falsch­mel­dun­gen, Nazi-Verglei­che im Bundes­tag

Studie: AfD-Wähler glau­ben eher Fake News
Für eine Studie der Stif­tung Neue Verant­wor­tung, die Anfang der Woche erschie­nen ist, wurden nach der Bundes­tags­wahl 1037 reprä­sen­ta­tiv ausge­wählte Bundes­bür­ger zur Glaub­wür­dig­keit der Medien und der Verbrei­tung von Fake News befragt. Insge­samt fanden 63% der Befrag­ten die Medien glaub­wür­dig, bei den AfD-Wählern waren es hinge­gen nur 30%.

Für die Studie wurden die Befrag­ten auch zum Wahr­heits­ge­halt der sieben reich­wei­ten­stärks­ten Falsch­aus­sa­gen befragt. Das Ergeb­nis: Die AfD-Wähle­rIn­nen, die an der Tele­fon­um­frage teil­nah­men, glaub­ten den Falsch­aus­sa­gen deut­lich häufi­ger. 

Alters­prä­si­dent im Bundes­ta­ges: In der Tradi­tion von Göring? (FAZ)
Die konsti­tu­ie­rende Sitzung des Bundes­ta­ges wurde bisher tradi­ti­ons­ge­mäß vom ältes­ten Mitglied eröff­net — dieses Jahr der 77-Jährige Wilhelm von Gott­berg (AfD). Diese Rege­lung wurde geän­dert, fortan eröff­nete der dienst­äl­teste das Parla­ment. Eine Benach­tei­li­gung, findet die AfD-Frak­tion. Der Abge­ord­nete Baumann verwies daher darauf, wann diese Regel das letzte mal geän­dert wurde: “1933 hat Hermann Göring die Regel gebro­chen, weil er poli­ti­sche Gegner ausgren­zen wollte, damals Clara Zetkin”.  Die FAZ hat das Zitat über­prüft.

80 bis 90% nicht deutsch­spre­chende Kinder in Salz­git­ter? (Correc­tiv)
Salz­git­ter, eine Stadt mit knapp 100.000 Einwoh­nern, irgendwo zwischen Hanno­ver und Braun­schweig, erlangte am 12. Okto­ber bundes­weit Aufmerk­sam­keit. Edmund Stoi­ber sagte vor fast 3 Millio­nen Zuschau­ern, dass es in Salz­git­ter Grund­schu­len gibt, mit 80 bis 90% nicht deutsch­spre­chende Kindern. Ziem­lich über­trie­ben, wie die Kolle­gen von Correc­tiv heraus­ge­fun­den haben.

Wie die Poli­zei Falsch­mel­dun­gen verbrei­tete (RBB)
Die Poli­zei Berlin hat eine aktive Social-Media Abtei­lung. Bundes­weite Aufmerk­sam­keit erfuh­ren die Beam­ten 2014, als unter dem hash­tag #24hPolizei alle Einsätze und Absur­di­tä­ten des tägli­chen Poli­zis­ten­le­bens virtu­ell und im Minu­ten­takt beglei­tet wurden.

Die hippe, lustige und vor allem schnelle Verbrei­tung kann auch nach hinten losge­hen, wie ein Tweet im Juni zeigte: Bei der Räumung eines besetz­ten Szene­lo­kals im Bezirk Neukölln stel­len die Poli­zis­ten angeb­lich fest, dass ein Türknauf unter Strom steht. Die Beam­ten twit­tern: ““Lebens­ge­fahr für unsere Kolle­gen! Hand­knauf unter Strom gesetzt — zum Glück haben wir das vorher geprüft.”. Das Problem: Es bestand keine Gefahr, die Meldung war falsch. Die Poli­zei räumte diesen Kommu­ni­ka­ti­ons­feh­ler erst später ein, zahl­rei­che Medien hatten die Meldung bereits über­nom­men. 

Einen inter­es­san­ter Longread zu der Geschichte veröf­fent­lichte der RBB letzte Woche.

Neue Fakten­checks von stimmtdas.org

Auch wir haben in der letz­ten Wochen einige Aussa­gen unter die Lupe genom­men. Die Aussage Katrin Göring-Eckardts, der Export von hoch subven­tio­nier­tem Rest-Hühner­fleisch nach Afrika stelle die Flucht­ur­sa­che für soma­li­sche Bauern dar, stimmt eher nicht. Ebenso ist die Ener­gie­wende nicht “wider­recht­lich” durch­ge­führt worden, was die ehema­lige CDU-Abge­ord­nete Erika Stein­bach behaup­tete

Einen schö­nen Sams­tag wünscht das Team von stimmtdas.org

15.10.2017: Wirkung von Fakten­checks, Klima­skep­ti­ker, Airber­lin-Pleite und Wahl in Nieder­sach­sen

Was bewir­ken Fakten­checks?
Auf Face­book werden poten­zi­elle Falsch­mel­dun­gen seit eini­ger Zeit durch Fakten­che­cke­rIn­nen geprüft und entspre­chend markiert. Wie diese Woche bekannt gewor­den ist, scheint die Stra­te­gie aufzu­ge­he­nen: Die Reich­weite von Beiträ­gen, die durch Fakten­che­cker als Fake­News iden­ti­fi­ziert wurden, sinkt demnach um ca. 80%

Frag­lich ist, inwie­weit Fakten­checks tatsäch­lich falsche Vorstel­lun­gen verän­dern können. Ein lesens­wer­ter Arti­kel des ameri­ka­ni­schen Poyn­ter-Insti­tuts fasst zwei Studien aus Groß­bri­tan­nien und Israel zusam­men. Das Ergeb­nis: zwar korri­gier­ten Fakten­checks falsche Wahr­neh­mun­gen in den Test­grup­pen, gene­ra­li­sier­bar sind diese Ergeb­nisse jedoch nicht.

Luft­hansa-Mono­pol?
Es ist offi­zi­ell: Ab dem 28. Okto­ber werden Airber­lin-Flug­zeuge am Boden blei­ben. Die bekann­ten Scho­ko­la­den­her­zen des Unter­neh­mens werden bereits meist­bie­tend bei eBay verkauft. Viele Kriti­ker sehen die Gefahr eines Markt­mo­no­pols des Konkur­ren­ten Luft­hansa, mit Nach­tei­len für die Kunden. Nicht ganz zu unrecht, wie der MDR im Fakten­check zeigt.

Wirre Zahlen­dre­her zum Klima­wan­del
Mit dem Einzug der AfD sitzt erst­mals eine klima­skep­ti­sche Partei im Bundes­tag. Deutsch­land habe einfach kaum einen Einfluss auf das Klima, rech­nete Alex­an­der Gauland im Septem­ber vor. Leider mit falschen Zahlen, wie wir in unse­rem Fakten­check heraus­ge­fun­den haben.

Weil vs. Althus­mann: Fakten­check zum TV-Duell der #ltwnds17
Heute wird in Nieder­sach­sen gewählt. Den letz­ten Umfra­gen zufolge, (Link 1) liefern sich der amtie­rende Minis­ter­prä­si­dent Weil (SPD) und Heraus­for­de­rer Althus­mann (CDU) ein Kopf-an-Kopf rennen. Am Diens­tag trafen beide Kandi­da­ten letzt­ma­lig im TV-Duell aufein­an­der. Der NDR hat die Aussa­gen zu den Themen­fel­dern Bildung, Wirt­schaft und Innere-Sicher­heit im Fakten­check über­prüft

Einen schö­nen Sonn­tag wünscht das Team von stimmtdas.org

Sind nach vier Jahren CDU/­SPD-Regie­rung wieder mehr Kinder in Armut?

Insge­samt nimmt die Kinder­ar­mut zwar leicht zu. Die Zunahme ist jedoch auf die Zuwan­de­rung zurück­zu­füh­ren, nicht unbe­dingt auf eine verfehlte Fami­li­en­po­li­tik der letz­ten vier Jahre. Die Aussage von Katrin Göring Eckardt bewer­ten wir daher im Kontext der Diskus­sion mit stimmt über­wie­gend, ist aber irre­füh­rend.

Die Spit­zen­kan­di­da­tin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, behaup­tet in der ZDF-Sendung „Wahl 2017: Die Schluss­runde“, dass die Kinder­ar­mut in Deutsch­land zuge­nom­men habe. Damit reagierte Göring-Eckardt auf Ausfüh­run­gen von Ursula von der Leyen (ab Minute 27), mit denen sie auf die Erfolge der Union in der Fami­li­en­po­li­tik verwies. Göring-Eckardt ließ das nicht gelten: „Sie regier­ten“ und „mehr Kinder sind in Armut nach diesen vier Jahren“

Der Dialog der Schluss­runde im unge­fäh­ren Wort­laut.

Das stimmt einer­seits, die Kinder­ar­mut hat in Deutsch­land tatsäch­lich leicht zuge­nom­men. Laut einer Studie des Wirt­schafts- und Sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen Insti­tuts (SWI) hat sich die Zahl 2016 erhöht, um 0,6 Prozent auf 2,7 Millio­nen Kinder und Jugend­li­che. Das entspricht dem gene­rel­len Trend: Zwischen 2009 und 2015 hat sich die Armuts­quote der unter 18-Jähri­gen insge­samt um einen Prozent­punkt erhöht.Hier

gebo­rene Kinder nicht betrof­fen
Es jedoch verein­fa­chend und schlicht nicht korrekt, die Zunahme allein einer verfehl­ten Fami­li­en­po­li­tik der Bundes­re­gie­rung anzu­las­ten. Die Zahlen des SWI zeigen deut­lich, dass die Zunahme auf die Zuwan­de­rung minder­jäh­ri­ger Jugend­li­cher zurück­zu­füh­ren ist. Zwischen 2009 und 2016 nahm die Zahl der einge­wan­der­ten Kinder unter­halb der Armuts­grenze von 39 Prozent auf 54 Prozent zu. Die Quote der in Deutsch­land gebo­rene Kinder, die in Armut leben, ist hinge­gen leicht fallend. Im Kontext des Dialogs mit Ursula von der Leyen,  stimmt die Aussage daher eher nicht

Fazit
Es leben zwar etwas mehr Kinder in Armut, die Zunahme ist jedoch eine Folge der gestie­ge­nen Zahl von Zuwan­de­rern. Hier gebo­rene Kinder sind nicht betrof­fen, dort nehmen die Zahlen tenden­zi­ell ab. Die Aussage stimmt daher über­wie­gend, ist aber im Kontext irre­füh­rend. 


Daten-Grund­la­gen:
Als arm gelten nach gängi­ger wissen­schaft­li­cher Defi­ni­tion Haus­halte, deren Einkom­men weni­ger als 60 Prozent des bedarfs­ge­wich­te­ten mitt­le­ren Einkom­mens beträgt. Für eine Fami­lie mit zwei Kindern unter 14 Jahren lag die Armuts­schwelle 2015 bei einem verfüg­ba­ren Netto­ein­kom­men von weni­ger als 1978 Euro im Monat.